Gaming-PC testen: Benchmark, FPS messen und Stresstest
Kurz gesagt: Am aussagekräftigsten ist der eingebaute Benchmark eines Spiels, zusammen mit einem Frametime-Tool, das Durchschnitts-FPS und 1%-Lows zeigt. Synthetische Tests wie 3DMark oder Unigine Superposition eignen sich, um deinen Wert mit gleich ausgestatteten PCs zu vergleichen. Ein Stresstest ist etwas anderes: Er prüft Stabilität und Temperaturen, nicht die Geschwindigkeit.
Benchmark oder Stresstest?
- Ein Benchmark misst, wie schnell dein PC ist, damit du ihn mit Tests oder mit sich selbst vor und nach einer Änderung vergleichen kannst.
- Ein Stresstest lastet CPU oder GPU lange voll aus, um Abstürze, Fehler und Überhitzung zu finden.
1. Spiel-Benchmarks (am nächsten am echten Spielen)
Viele Spiele haben einen Benchmark im Grafikmenü, zum Beispiel Cyberpunk 2077, Shadow of the Tomb Raider, Red Dead Redemption 2, Forza Horizon 5 und die F1-Reihe. Sie spielen jedes Mal dieselbe Szene ab, deshalb sind Vorher-nachher-Vergleiche fair. Auflösung, Preset und Upscaling zwischen den Durchläufen gleich lassen und jeden Test zwei- bis dreimal laufen lassen.
2. Die richtigen Zahlen lesen: Durchschnitt und 1%-Lows
Die Durchschnitts-FPS sagen, wie schnell ein Spiel insgesamt läuft. Die 1%-Lows sind die Bildrate der langsamsten 1 % der Bilder, und genau das spürst du als Ruckeln. Ein PC mit hohem Durchschnitt und schlechten 1%-Lows fühlt sich schlechter an als ein etwas langsamerer PC mit gleichmäßigen Frametimes. Kostenlose Tools, die beides messen:
- CapFrameX und Intels PresentMon: zeichnen Frametimes auf und berechnen Durchschnitt und Perzentile.
- MSI Afterburner mit RivaTuner Statistics Server: Einblendung für FPS, Frametime, Temperaturen und Takt.
3. Synthetische Benchmarks (gut zum Vergleichen)
- 3DMark (Time Spy, Steel Nomad): der verbreitetste Grafik-Benchmark, mit großer Online-Datenbank.
- Unigine Superposition: kostenloser Grafik-Benchmark.
- Cinebench: kostenloser CPU-Benchmark für einen und alle Kerne.
Liegt dein Wert deutlich unter anderen mit denselben Teilen, steckt meist ein Problem dahinter: alte Treiber, ein Energiesparplan, RAM unter seiner Nenngeschwindigkeit oder Hitze.
4. Fair mit Tests vergleichen
Testseiten wie ComputerBase, PC Games Hardware oder TechPowerUp nutzen schnelle Testsysteme und eigene Testszenen. Deine Werte werden abweichen, das ist normal. Vergleiche dasselbe Spiel, dieselbe Szene, dieselben Einstellungen und achte eher auf den Abstand zwischen Karten als auf einzelne Zahlen.
5. CPU und GPU sicher stresstesten
- Zuerst ein Überwachungsprogramm starten, zum Beispiel HWiNFO64 (kostenlos), und Temperaturen, Takt und Leistungsaufnahme beobachten.
- CPU: OCCT, Prime95 oder Cinebench in Schleife. Prime95 mit Small FFTs ist eine extreme Last, weit über dem, was Spiele erzeugen.
- GPU: OCCT, die 3DMark-Stresstests oder ein forderndes Spiel in Schleife. FurMark erzeugt eine unrealistische Hitzelast, gut zum Prüfen der Kühlung, aber nicht, um Spielestabilität zu beurteilen.
- Üblich ist ein erster Durchlauf von 15 bis 30 Minuten pro Test. Abbrechen, wenn der PC abstürzt, Fehler meldet oder der Takt stark fällt, während die Temperatur steigt.
Moderne Prozessoren und Grafikkarten schützen sich, indem sie heruntertakten (Throttling), bevor sie Schaden nehmen. Ihre Höchsttemperatur steht im Datenblatt des Herstellers. Hitzeprobleme kommen meist von Staub, einem schlecht montierten Kühler, eingetrockneter Wärmeleitpaste oder einem Gehäuse mit zu wenig Luftstrom.
FPS wissen, bevor du kaufst oder installierst?
Für einen Benchmark brauchst du Spiel und Hardware vor dir. doesitrun schätzt die FPS stattdessen aus den Bauteilen, für jedes Steam-Spiel, ohne etwas auszuführen. Die Schätzungen werden gegen gemessene Benchmarks geprüft, siehe so schätzen wir FPS.