Ist Can You Run It sicher? Was Anforderungs-Checker wirklich herunterladen
Kurz gesagt: Die bekannten Checker sind seriöse Seiten echter Firmen. Die eigentliche Frage ist, wie jeder Dienst erfährt, was in deinem PC steckt: Manche lassen dich deine Teile aus einer Liste wählen und laden nichts herunter, manche laden ein kleines Erkennungsprogramm, und doesitrun liest deine Steam-Bibliothek oder führt ein kurzes Skript aus, das du vorher lesen kannst. Alle brauchen nur vier Dinge: Prozessor, Grafikkarte, RAM und VRAM. Ein Checker braucht nie deine Passwörter, Dateien oder Browserdaten.
Drei Wege, wie eine Seite deine Hardware erfährt
- Du wählst die Teile selbst. Die Seite zeigt Listen mit Grafikkarten und Prozessoren, du suchst deine heraus. Nichts wird heruntergeladen. Der Haken: Du musst deine Teile kennen, und Laptop-Chips mit demselben Namen wie eine Desktop-Karte verwechselt man leicht. PC-Hardware prüfen zeigt, wo Windows sie auflistet.
- Ein Erkennungsprogramm. Du lädst eine kleine ausführbare Datei herunter, startest sie, sie liest die Hardware über Windows aus und meldet sie an die Seite. Das ist bequem und bei den etablierten Seiten harmlos, aber du führst ein Programm aus, dessen Quelltext du nicht sehen kannst.
- Ein lesbares Skript oder gar kein Programm. Ein Skript im Klartext kannst du vor dem Start in einem Texteditor lesen, und wer auf Steam spielt, dessen öffentliche Spieleliste kann eine Seite über Steam lesen, ohne den PC überhaupt anzufassen.
So machen es die bekannten Checker
- Can You Run It (System Requirements Lab, von Husdawg, LLC) ist seit vielen Jahren der bekannteste Checker. Er lädt ein kleines Erkennungs-Applet herunter, meist als Detection.exe zu sehen, das Prozessor, RAM, Grafikkarte, Soundkarte, Windows-Version und DirectX-Version ausliest und dann pro Komponente bestanden oder nicht bestanden anzeigt. Laut FAQ der Seite werden keine personenbezogenen Daten erfasst, und das Applet kann nach dem Scan gelöscht werden. Nur für Windows.
- PCGameBenchmark (vom Verlag hinter PCGamesN) vergleicht deine Teile auf der Seite mit den Anforderungen einer großen Spieledatenbank. Zusätzlich gibt es eine optionale Desktop-App, die über die Plattform Overwolf verteilt wird und deine FPS beim Spielen aufzeichnet. Für den Check auf der Website brauchst du die App nicht.
- Technical City arbeitet komplett mit Listen: Du wählst Grafikkarte und Prozessor, die Seite zeigt ein Urteil pro Spiel. Es gibt nichts herunterzuladen.
- doesitrun (diese Seite) bietet drei Wege. Mit Steam anmelden: Dann liest die Seite deine öffentliche Bibliothek, Wunschliste und die Bibliotheken deiner Freunde über Steam, auf deinem PC läuft nichts. Oder den Hardware-Erkenner starten: ein PowerShell- bzw. Shell-Skript im Klartext, das du vorher öffnen und lesen kannst; es liest nur CPU, GPU, RAM, Windows-Version, freien Speicherplatz und die Zahl der installierten Steam-Spiele, zeigt dir das Ergebnis und sendet es erst, wenn du bestätigst, und installiert nichts. Der aktuelle VirusTotal-Bericht ist auf der Seite verlinkt. Oder du tippst deine Teile von Hand ein.
Jeder Ansatz passt zu anderen Leuten. Wer seine Teile kennt, ist mit einer Liste am schnellsten. Wer sie von der Seite ermitteln lassen will, hat es mit Erkennungsprogramm oder Skript bequemer; der Unterschied ist, ob du lesen kannst, was es tut.
So prüfst du jeden Erkennungs-Download vor dem Start
- Nur von der Seite selbst laden, nie von einem „Mirror“ oder einem Link in einem Forenbeitrag. Gefälschte Kopien bekannter Tools sind der übliche Weg, wie Schadsoftware verteilt wird.
- Die Datei bei VirusTotal hochladen, bevor du sie startest. Dort prüfen Dutzende Virenscanner die Datei. Ein, zwei Treffer bei einem unsignierten Tool sind oft Fehlalarme, viele Treffer nicht.
- Den Herausgeber prüfen. Rechtsklick auf die Datei › Eigenschaften › Digitale Signaturen. Eine Signatur der Firma, die die Seite betreibt, ist ein gutes Zeichen; ohne Signatur verlässt du dich allein auf den Ruf der Seite.
- Fragen, was es braucht. Hardware auslesen erfordert keine Administratorrechte, kein Steam-Passwort und keinen Zugriff auf deine Dokumente. Verlangt ein Tool mehr, schließ es.
- Danach löschen. Ein Erkennungstool hat nach einem Lauf seine Arbeit getan. Die Hardware ändert sich erst beim nächsten Aufrüsten.
Was ein Checker sagen kann und was nicht
Jeder Checker vergleicht deine Teile mit den Mindest- und empfohlenen Anforderungen, die der Publisher auf der Shopseite nennt. Das ergibt ein Ja oder Nein, und der Publisher sagt selten, welche Auflösung und Bildrate das Minimum meint. Ob ein Spiel gut läuft, ist eine andere Frage. doesitrun ergänzt eine Schätzung der Bildrate in 1080p, 1440p und 4K pro Spiel, geprüft gegen gemessene Benchmarks, wo es sie gibt, und eine Vertrauensstufe, die sagt, wie verlässlich jede Schätzung ist. Systemanforderungen prüfen erklärt, was Minimum und Empfohlen wirklich bedeuten.
Ohne Download ausprobieren: Mit Steam anmelden oder Teile eintippen und sehen, wie deine ganze Bibliothek läuft.